Michel Legrand (* 24. Februar 1932 in Paris) ist ein französischer Komponist,
Pianist, Sänger und Arrangeur, armenischer Herkunft. Jüngerer Bruder der Vokalistin
Christiane Legrand (
Swingle Singers).
Erste musikalische Eindrücke erhielt Legrand durch seinen Vater
Raymond Legrand, der als Leiter eines Varieté-Orchesters Musiker wie
Édith Piaf und
Maurice Chevalier begleitete. Sein Studium am Conservatoire von Paris, u. a. bei Nadia Boulanger, schloss er 1952 ab. Bereits in diesem Jahr arrangierte er ein Streicheralbum für
Dizzy Gillespie. 1952 begleitete er
Maurice Chevalier auf einer USA-Tournee.
Seit Ende der 1950er Jahre wendete er sich verstärkt der Filmmusik zu. Seine Soundtracks für Hollywood-Filme begründeten seinen Weltruhm. Eines seiner weltweit bekanntesten Werke ist das Musical-Filmdrama
Die Regenschirme von Cherbourg (
Les Parapluies de Cherbourg) aus dem Jahre 1964, in dem Catherine Deneuve ihren ersten Auftritt hatte. Zwölfmal wurde er für den Oscar nominiert, der ihm für den Filmsong zu
Thomas Crown ist nicht zu fassen,
Windmills of your Mind (1968) und die Soundtracks zu den Filmen
Summer of 42 (1971) und
Yentl (1983) auch verliehen wurde. Daneben wurde er dreimal für den César nominiert und zwölfmal für den Golden Globe Award, den er für
Thomas Crown ist nicht zu fassen einmal erhielt. Insgesamt schrieb er Musiken zu etwa zweihundert Kino- und Fernsehfilmen, etwa für den Spielfilm
Atlantic City, USA (1980) von Regisseur Louis Malle mit Burt Lancaster in der Hauptrolle. Er komponierte auch die Musik für die französischen Zeichentrickserie
Il etait une fois la vie (1987), die in Deutschland unter dem Titel
Es war einmal… das Leben bekannt ist.
Als Jazzpianist arbeitete er u. a. mit
Django Reinhardt zusammen. 1958 nahm er ein Jazzalbum mit
Donald Byrd,
John Coltrane und
Ben Webster auf. 1978 spielte er das Album
Le Jazz Grand mit
Gerry Mulligan,
Phil Woods Jon Faddis,
Ron Carter und
Grady Tate ein. 1983 produzierte er ein weiteres Jazz-Album mit dem Titel "After the Rain" mit Ron Carter, Grady Tate, Zoot Sims, Phil Woods u. a. 1991 entstand in Zusammenarbeit mit
Miles Davis das Album
Dingo. Er wurde fünfmal mit dem Grammy ausgezeichnet. 1998 wurde ihm der Henry Mancini Award zuerkannt.
Daneben trat Legrand auch als Dirigent und Pianist mit Werken klassischer Komponisten wie Eric Satie auf.